Unterschiede Brennwert/Heizwert

Brennwert und Heizwert

Brennwertgeräten werden vor allem in der Produktwerbung manchmal
Normnutzungsgrade von bis zu 106 Prozent bei Heizöl und bis zu 111 Prozent bei
Erdgas zugeschrieben. Daraus könnte man schließen, dass die Brennwertnutzung
mit Erdgas effizienter ist als die mit Heizöl. Aber das ist falsch! Wichtig für
die Bewertung ist, ob sich die Angabe auf den Brennwert oder auf den Heizwert bezieht

Gas- und Öl-Brennwerttechnik sind gleich effizient

Technisch richtig ist es, die Energieausnutzung auf den gesamten Energieinhalt
des jeweiligen Brennstoffes zu beziehen, also auf den Brennwert (Hs).
Dann zeigt sich, dass Gas- und Ölheizungen mit Brennwerttechnik keine
Effizienzunterschiede aufweisen.

Es ist sogar so, dass Gasheizungen ohne Brennwerttechnik höhere Verluste aufweisen
als vergleichbare Ölheizungen. Denn die nicht genutzte Kondensationswärme ist
beim Energieträger Erdgas größer als bei Heizöl. Im Sinne einer auch für
Endverbraucher verständlichen Kommunikation sollten Wirkungs- und Nutzungsgrade
daher nur noch auf den Brennwert bezogen werden.

Der Heizwert berücksichtigt nicht den gesamten Energiegehalt

Wenn die Wirkungs- bzw. Nutzungsgradangaben auf den Heizwert (Hi)
bezogen werden, wird nicht der Energiegehalt des bei der Verbrennung
entstehenden Wasserdampfes berücksichtigt.

Der Grund: Bei konventionellen Heizkesseln ohne Brennwerttechnik darf der
Wasserdampf wegen der Korrosionsgefahr nicht kondensieren, sondern wird mit den
Abgasen ausgetragen. Nur die Wärmemenge ohne Wasserdampfanteil ist nutzbar und
bildet daher die Basis für die Berechnung von Wirkungs- und Nutzungsgraden.

Unsinnige Nutzungsgrade von über 100 Prozent

Brennwertgeräte sind dafür konstruiert, die im Wasserdampf des Abgases
enthaltene Wärme durch Kondensation zu nutzen. Durch die Nutzung der im Abgas
enthaltenen Wärme erhöht sich die theoretisch nutzbare Wärmemenge bei Heizöl EL
um etwa sechs Prozent und bei Erdgas um rund elf Prozent. So ergeben sich
physikalisch unsinnige Wirkungs- bzw. Nutzungsgrade von über 100 Prozent
bezogen auf den Heizwert.

Sowohl gas- als auch ölbetriebene Brennwertgeräte nutzen den Brennstoff
theoretisch zu maximal 100 Prozent aus. In der Praxis sind Oberflächen-,
Auskühlungs- und Abgasverluste nicht zu vermeiden, so dass sich ein
Nutzungsgrad von 98 Prozent ergibt.